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Wir leben nicht in Darwins Welt

Die kleinste Einheit des Lebens: Mikrozyme, Bione, Krebsmikroben und Somatide
Die Entdeckung der Bio-Photonen
Reinhard Eichelbeck
Wir leben nicht in Darwins Welt
Kooperation statt Kampf - ein Plädoyer für eine neue Sicht der Evolution
Ein Seitenstück zum „Darwin-Komplott"
Teil I weiter zum Teil II >

Im November 1859, vor nunmehr 140 Jahren, veröffentlichte Charles Darwin sein Buch „Über die Entstehung der Arten durch natürliche Selektion", in dem er die Entwicklung der Lebewesen auf unserem Planeten - wir nennen das heute Evolution - nicht mehr durch das Wirken einer höheren schöpferischen Instanz, sondern durch einen blinden und unintelligenten Mechanismus erklärte.
Überholtes Denkmodell aus der Dampfmaschinenzeit
Dieses Denkmodell aus der Dampfmaschinenzeit - das sich mittlerweile zu einem materialistischen Schöpfungsmythos aufgebläht hat, wo „Mutation" und „Selektion" als allmächtige Götter agieren - gilt heute vielen Wissenschaftlern und Laien immer noch als die einzig akzeptable Theorie über den Ablauf der Evolution. Seine Schlagworte, wie z.B. „Natürliche Selektion", „Kampf ums Dasein" (struggle for life) und „Überleben des Tüchtigsten" (survival of the fittest) sind in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Und immer wieder ist zu lesen, dieses Denkmodell sei „gesichert" oder sogar „vollgültig bewiesen".
Aber das ist der Darwinismus keineswegs. Im Gegenteil - er ist bis heute unbewiesen, er ist in sich widersprüchlich und teilweise unlogisch, er geht von falschen Voraussetzungen aus und er steht in vielen wichtigen Punkten im Gegensatz zu den bekannten Erfahrungstatsachen. Er ist, so erkannte der Naturforscher Louis Agassiz schon 1860, ein „wissenschaftlicher Mißgriff, unlauter hinsichtlich der Fakten, unwissenschaftlich in den Methoden und schädlich in der Tendenz".
Für Darwin war der Krieg der Vater der Evolution, wo „die Stärksten siegen und die Schwächsten erliegen". Aber diese Erkenntnis hat er nicht aus der Naturbeobachtung bezogen sondern aus der Gesellschaftsphilosophie seines Landsmannes Thomas Malthus. Und damit hat Darwin sozialneurotische Unarten des Menschen - Egoismus, Aggressivität, Rücksichtslosigkeit, Geilheit, die alten Macho-Untugenden, möglichst viele Nachkommen und möglichst viele tote Feinde zu hinterlassen - als naturgegeben, ja sogar als Grundprinzipien der Evolution dargestellt. Wohin eine solche Haltung führt, zeigen uns heute die politischen und ökologischen Katastrophen der Gegenwart.
All jene als Politiker verkleideten Machtneurotiker vom Schlage eines Milosevic oder Saddam Hussein, die Minderheiten zu unterdrücken oder sogar auszuradieren versuchen, können sich heute zu ihrer Entschuldigung auf Darwin berufen: denn er hat die Ausrottung („extermination") und Auslöschung („extinction") der Schwachen durch die Starken zum Grundprinzip des Lebens in der Natur erhoben - und zur treibenden Kraft in der Evolution.
Der Darwinismus hat Denken und Handeln der Menschen mehr als hundert Jahre lang in eine falsche Richtung gelenkt.
Er hat das Vertrauen der Menschen in eine höhere Ordnung untergraben und ihre paranoiden Sozialneurosen verstärkt, ihre Angst vor der „feindlichen" Natur, vor den „feindlichen" Nachbarn, vor den „feindlichen" Bakterien, Viren, Pollen undsoweiter. Er hat uns zu einem Krieg gegen die Natur verleitet, der schon längst ein Krieg gegen uns selbst geworden ist. Und niemand hat einen Vorteil von diesem Krieg, außer denen, die die Waffen dafür liefern und dabei Milliardenprofite einfahren.
Er hat die Gemüter von Generationen von Schulkindern verseucht, denen man eingebleut hat, sie müßten entweder stärker oder angepaßter sein als ihre Mitmenschen, um erfolgreich zu sein. Kooperation, Kreativität, Spontaneität, Freude wurden als unpassende Erfolgshindernisse in den Hintergrund gedrängt. Die antidarwinistischen Trends in der Evolution - zum Beispiel Schönheit, Bewußtheit und Liebesfähigkeit - die vom Urschleim bis zum Menschen doch eindeutig mehr zugenommen haben, als Giftigkeit und Aggressivität, wurden weitgehend übersehen.
Nicht Kampf, sondern Kooperation lautet das Motto der Natur
Aber die darwinistische Sicht der Natur ist falsch - das wird heute durch eine Fülle von Indizien aus der Naturbeobachtung belegt. Nicht Kampf, sondern Kooperation, nicht hemmungslose Vermehrung, sondern situationsbezogene Selbstbegrenzung, nicht chaotische Zufälle sondern intelligente, schöpferische Ordnungsprozesse: das sind die wahren Grundelemente der Evolution - und allemal auch eine bessere Basis für die menschliche Gesellschaft, als Krieg und „survival of the fittest".
Bei genauer Betrachtung findet man nur zwei Arten von Lebewesen auf unserem Planeten, die sich durch und durch darwinistisch verhalten: das eine ist der Mensch, das andere die Krebszelle. Beide vermehren sich völlig hemmungslos und ohne Rücksicht auf das größere Ganze, von dem sie ein Teil sind. Der Mensch, der sich „darwinistisch" verhält, ist wie ein Krebsgeschwür im Organismus der Erde, und wenn er so weitermacht, zerstört er seine eigenen Existenzgrundlagen.
Grundlage der Evolution ist ein ganzheitliches und kooperatives Prinzip
Es wird höchste Zeit, den Darwinismus zu den Akten zu legen und ein realistisches Bild der Natur an seine Stelle zu setzen. Ein ganzheitliches und ökologisches Bild, in dem vor allem das Prinzip der Kooperation endlich an den Platz gestellt wird, der ihm zusteht: als der wichtigsten und wesentlichsten Grundlage der Evolution. Es macht wenig Sinn, zu Moses und zum biblischen Schöpfungsmythos zurückzukehren. Wir müssen uns jetzt neue Denkmodelle erarbeiten - und vor allem konstruktive Denkmodelle, die uns helfen, die Fehler der Vergangenheit rückgängig zu machen - soweit es geht - und Zukünftige nach Möglichkeit zu vermeiden. Dies könnte eine Frage des Überlebens sein: nicht für die Natur - die hat schon Schlimmeres überstanden als den Menschen - aber für uns und unsere Zivilisation.
Diese Zivilisation wird, so fürchte ich, keine Zukunft haben, wenn wir nicht lernen, unsere Konkurrenzideologie abzulegen und kooperativ zu denken und zu handeln. Der Darwinismus scheint mir ein ganz wesentliches Hindernis für diesen notwendigen Prozeß des Umdenkens zu sein, und daher halte ich es für wichtig, daß wir uns so bald wie möglich von ihm verabschieden. Daß er sich - bei näherer Betrachtung - weder im naturwissenschaftlichen noch im philosophischen Sinne als überzeugend erweist, sollte uns diese Entscheidung leicht machen.
Ein Jahrhundertirrtum
Was stimmt nun aber nicht an diesem Denkmodell, das ich für den größten wissenschaftlichen Irrtum der Neuzeit halte?
Zu Darwins Zeiten war das mehrheitlich anerkannte Denkmodell der schulwissenschaftlichen Biologie über die Herkunft des Lebendigen die biblische Schöpfungslehre: die verschiedenen Arten von Lebewesen waren einmalig und unveränderlich von Gott geschaffen.
Allerdings hatte eine Reihe von Wissenschaftlern, Dichtern und Denkern schon in der zweiten Hälfte des 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Idee von der Veränderlichkeit der Arten und ihrer gemeinsamen Abstammung von früheren Lebensformen geäußert: Immanuel Kant zum Beispiel, Caspar Friedrich Wolff, Johann Wolfgang Goethe, Erasmus Darwin, Lorenz Oken, Gottfried Reinhold Treviranus, Jean Baptiste de Lamarck, Etienne Geoffroy Saint-Hilaire, Mathias Jacob Schleiden und etliche andere mehr. Für die orthodoxe Schulwissenschaft waren solche Gedanken Ketzerei, die zum Teil ebenso verbissen bekämpft wurde, wie antidarwinistische Äußerungen von Wissenschaftlern heute durch die orthodoxen Darwinisten. Darwin übernahm nun einige der Gedanken seiner Vordenker, verknüpfte sie mit der Sozialphilosophie seines Landsmannes Thomas Robert Malthus und stellte folgende Grundsätze auf:
  1. Alle Lebewesen sind miteinander verwandt und stammen von (einem?) gemeinsamen Vorfahren ab.
  2. Die Entstehung unterschiedlicher Arten beruht auf zufälligen Veränderungen, sogenannten „Modifikationen", die zu Lebewesen mit neuen Merkmalen und Eigenschaften geführt haben.
  3. Da alle Lebewesen sich ungehemmt vermehren, weil ihnen „keine vorsichtige Enthaltung vom Heiraten" (O-Ton Darwin) möglich ist und dadurch ein gewaltiger „Bevölkerungsüberschuß" entsteht, herrscht in der Natur ein heftiger Krieg („war of nature"), ein ständiger „Kampf ums Dasein" („struggle for life") bzw. um Nahrung und Lebensraum. Dieser Kampf ist besonders heftig zwischen Angehörigen der gleichen oder einer nahe verwandten Art, und er erzeugt einen starken „Selektionsdruck".
  4. Wenn nun eine der oben genannten „Modifikationen" einen Vorteil im Kampf ums Dasein mit sich bringt, werden die betreffenden Individuen sich durchsetzen, sich stärker vermehren und die schwächeren Artgenossen verdrängen: „die Stärksten siegen und die Schwächsten erliegen". (O-Ton Darwin)
  5. Diesen Vorgang nannte Darwin „natural selection" (wir sagen heute natürliche Auslese oder Selektion), später verwendete er alternativ dafür auch den von Herbert Spencer übernommenen Begriff „survival of the fittest" (Überleben des Tüchtigsten). Dieser Prozeß bildet, indem er über sehr lange Zeiträume hinweg schrittweise kleinste Verbesserungen akkumuliert, die Grundlage der Evolution.
  6. Für die Fälle, wo wir bei Lebewesen Merkmale finden, die zwar schön, aber offensichtlich im „Kampf ums Dasein" eher hinderlich sind (der Pfauenschwanz zum Beispiel), führte Darwin den Begriff der „sexuellen Selektion" ein. Sie beruht darauf, daß den weibliche Tieren bunte und bizarre Männer offenbar lieber sind, und sie deshalb bei der Paarung bevorzugt werden.
Diese Sichtweise der Evolution, gewöhnlich „Darwinismus" genannt, hat sich im Verlauf der letzten hundert Jahre als das mehrheitlich anerkannte naturwissenschaftliche Denkmodell durchgesetzt - obwohl sie von Anfang an umstritten war, und es immer noch ist. Hier, um dies zu illustrieren, ein Potpourri widersprüchlicher Aussagen von namhaften Wissenschaftlern:
„Darwin liefert die einzig gangbare Lösung für das unergründliche Problem unserer Existenz, die bisher vorgebracht worden ist." (R. Dawkins 1978)
„Weder Darwin noch irgendein Darwinist hat bisher eine effektive kausale Erklärung der adaptiven Entwicklung eines einzigen Organismus oder Organs geliefert." (Karl Popper, 1974)
„Die natürliche Zuchtwahl wirkt nur, indem sie aus den geringen aufeinanderfolgenden Veränderungen Nutzen zieht; sie kann nie einen plötzlichen Sprung machen, sondern schreitet in kurzen und sicheren, wenn auch langsamen Schritten vorwärts." (Darwin , 1859)
„Der erste Vogel kroch aus einem (abgewandelten) Reptilei. Es gilt durchaus der Satz ‘Natura facit saltus’; die Natur macht doch Sprünge!" (O. Schindewolf 1950)
„Der reine Zufall, nichts als der Zufall, die absolute blinde Freiheit als Grundlage des wunderbaren Gebäudes der Evolution - diese zentrale Erkenntnis der modernen Biologie ist heute nicht mehr nur eine unter anderen möglichen oder wenigstens denkbaren Hypothesen; sie ist die einzig vorstellbare, die sich mit den Beobachtungs- und Erfahrungstatsachen deckt." (J. Monod, 1970)
„Die Annahme, daß die Evolution der so wundervoll angepaßten biologischen Mechanismen nur von der Selektion zufälliger Varianten abhing, von denen jede durch einen blinden Glückstreffer erzeugt wurde, ist ebensowenig überzeugend, wie die Hoffnung, durch wahlloses Aufeinanderwerfen von Ziegelsteinen ein Haus zu bauen, das ganz unseren Wünschen entspricht." (C. H. Waddington, 1952)
„Auf dem Gebiet der Evolution hat die Genetik die grundlegenden Fragen beantwortet, und die Evolutionsbiologen können sich nun anderen Problemen zuwenden." (J. Huxley, 1954)
„Es ist praktisch gewiß, daß Entdeckungen kommen werden, die unsere Vorstellungen von den Einzelheiten des Evolutionsprozesses radikal verändern werden." (Francis Crick 1979)
„Je älter ich werde, desto mehr festigt sich in mir die Überzeugung, daß das gesamte stammesgeschichtliche Werden durch die beiden großen Konstrukteure des Artenwandels Mutation und Selektion verursacht ist." (K. Lorenz, 1975)
„Das neue Paradigma (...) lehnt insbesondere den fundamentalen Glaubenssatz des Neodarwinismus ab, daß die natürliche Selektion von Zufallsvariationen sowohl nötig als auch hinreichend ist, um die gesamte Evolution zu erklären." (M.-W. Ho / P.T. Saunders 1984)
(Ich bin) „fest davon überzeugt, daß das Grundproblem der Evolution durch die Darwinsche Theorie tatsächlich eine gedanklich völlig befriedigende Lösung gefunden hat." (Mayr 1975)
„Wir sind weit davon entfernt, die Ursachen der biologischen Evolution zu verstehen und ihren Mechanismus zu begreifen." (Lima-de-Faria 1988)
„Eine Hypothese, die noch nicht einmal 100 Jahre alt ist und die in den wenigen Jahrzehnten seither selbst zahlreiche Wandlungen durchgemacht hat, als Lösung aller Evolutionsprobleme anzubieten, ist in meinen Augen mehr als anmaßend." (F. Schmidt 1985)
Was also stimmt nicht mit dem darwinistischen Denkmodell?
Das Problem der Abstammung
Beginnen wir mit Punkt 1 der obigen Kurzbeschreibung: Daß alle Lebewesen miteinander verwandt sind, ist eine Behauptung, die sich nicht nachprüfen läßt. Richtig ist, daß sie alle die gleichen Grundbausteine für den Aufbau ihrer Zellen verwenden, daß sie ihre Erbinformation nach dem gleichen Prinzip kopieren und daß Proteine bei unter-schiedlichen Lebewesen zum Teil erstaunlich ähnlich, oder sogar identisch sind.
Die Frage der Abstammung muß mit Vorsicht behandelt werden, denn sie ist immer noch durchaus rätselhaft. Sicher ist, daß wir von Eltern abstammen, die wiederum von Eltern abstammen, die wieder von Eltern abstammen undsoweiter bis zu den ersten Menschen. Die wiederum müssen von Vormenschen abstammen, die von Vorsäugetieren abstammen, die von Vorreptilien abstammen, die von Voramphibien abstammen, die von Vorfischen abstammen, die von Vorwasauchimmer abstammen, bis hinunter zum Urschleim oder noch weiter. Nach aller Erfahrung entsteht alles Lebendige aus dem Lebendigen - omne vivum ex vivo - und die Kette des Lebens darf nicht unterbrochen werden. Wie aber hat man sich die Übergänge vorzustellen - von Wasauchimmer zu Fisch, von Fisch zu Fleisch und schließlich zu Mensch?
Stammbaum des Menschen
Stammbaum des Menschen, gezeichnet von Ernst Haeckel, aus: "Anthropogenie"
Diese Frage ist bislang ungeklärt. Der „Stammbaum" des Lebens, den Darwins Nachdenker entworfen haben, mit den Einzellern an der Wurzel und den Menschen als Krone, ist jedenfalls eine Fiktion. Die Äste haben keine Verbindung zum Stamm, von den „Übergangsformen", die diese Verbindung herstellen könnten, wurden bislang nur sehr wenige gefunden, und um die Frage, ob es sich dabei wirklich um Übergangsformen handelt streiten sich die Gelehrten. Dies gilt vor allem im Bereich der sogenannten „Makroevolution", wo es um die Entwicklung höherer stammesgeschichtlicher Kategorien geht, wie zum Beispiel Familien, Ordnungen oder Klassen. Der Mangel an Zwischenformen („missing links") im Fossilbericht, den schon Darwin beklagte und mit der Unvollkommenheit der geologischen Urkunden erklärte, hat sich als Regel erwiesen und nicht als Ausnahme.
Der Urvogel „Archaeopteryx" ist viele fehlende Zwischenstufen von seinen angeblichen Sauriervorfahren entfernt und immerhin noch etliche von seinen späteren Nachfahren, den modernen Vögeln. Und von jenem mysteriösen „Archaeobelix", der die Menschen mit ihren affigen Vettern verbinden soll, fehlt immer noch jede Spur. Und vom Standpunkt der Logik aus erscheint es weder sinnvoll noch „wissenschaftlich", einen Indizienbeweis zu führen auf Grund von Indizien, die noch nicht vorliegen - mit dem Hinweis, daß sich diese Indizien eines Tages wohl noch finden werden.
Das Fehlen der „missing links" begründet der „Neodarwinismus" damit, daß solche Übergangsformen sich in kurzer Zeit in kleinen, geographisch isolierten Populationen entwickelt und daher keine Spuren hinterlassen haben - aber das ist eine pure Spekulation. Die Insel Neuseeland ist seit der Triaszeit, also seit über 60 Millionen Jahren isoliert, aber es haben sich dort weder besondere Neuerungen in der Tierwelt, wie zum Beispiel Säugetiere und moderne Reptilien, noch ein auffallender Formenreichtum entwickelt. Statt dessen finden sich dort „lebende Fossilien", wie die Brückenechse, und die Fauna ist eher ärmlich im Vergleich zu nicht isolierten Gegenden, in denen sich im gleichen Zeitraum das gesamte Säugetierspektrum entwickelt hat. Darüber hinaus wäre es doch zumindest sehr seltsam, wenn unter den vielen Versteinerungen, in allen Schichten, über 600 Millionen Jahre hin, eben gerade all die Geschöpfe nicht versteinert wurden, die das „darwinistische" Denkmodell stützen könnten. Da drängt sich schon ein bißchen der Verdacht auf, daß sie gar nicht existiert haben. Und mit der „Lückenhaftigkeit des Fossilberichts" kann man sich da heute nicht mehr herausreden.
Das Problem der "missing links"
„Eine beachtliche Spanne von etwa 500 Millionen Jahren", schrieb George G. Simpson, der auch zum harten Kern der „Darwinisten" zählt, „vom frühen Kambrium bis heute, ist die Fossilüberlieferung trotz all ihrer Mängel reichhaltig und im Grunde genommen durchgehend."
Es sind aber nicht nur die Tatsachen, die gegen das Vorhandensein der Zwischenformen sprechen, sondern auch logische Überlegungen - denn Zwischenformen machen keinen Sinn. Eine Meerjungfrau ist im Wasser nur ein halber Fisch und an Land nur ein halber Mensch. Sie ist Fischen und Menschen in ihrem jeweiligen Element unterlegen, und ein Platz dazwischen, wo sie heimisch werden könnte, gibt es nicht. Wenn es darum geht, sich im „Kampf ums Dasein" zu behaupten, hat sie wenig Chancen. Und das gilt auch für vierbeinige Fische, geflügelte Reptilien und alle möglichen anderen fabelhaften Zwischenformen.
Auch dadurch, daß man inzwischen offenbar Versteinerungen von gefiederten Sauriern gefunden hat, ist ja noch keineswegs die Frage gelöst, wie sich Federn durch unzählige kleine Veränderungen, von denen jede einen Vorteil im „Kampf ums Dasein" darstellte, aus Reptilschuppen entwickelt haben könnten. Es gibt auf diesem Weg der kleinen Schritte zwangsläufig irgendwann einen Punkt, wo die sich verändernde Schuppe zwar keine funktionierende Schuppe mehr ist, aber auch noch keine funktionierende Feder - und diese Lücke kann nur durch einen Sprung überwunden werden.
Schematische Darstellung der vermuteten Umwandlung der Kiefergelenkknochen beim Reptil (1) zu den Gehörknöchelchen der Säugetiere (2). Artikulare = Hammer (schraffiert); Quadratum =Amboß (punktiert); Columella = Steigbügel (schwarz).
Wenn bei der Verwandlung eines Reptils in ein Säugetier drei Kieferknochen zu Ohrknochen werden sollen, geht auch dies nicht ohne Sprünge ab - denn die Tiere, an denen sich der Übergang vollzog, mußten ja auf jeder Stufe ihrer Entwicklung kauen und hören können - sonst hätten sie wohl kaum überlebt.
Darwins Vorstellung von einer langsamen, allmählichen, „gradualistischen" Veränderung der Lebewesen im Verlauf der Evolution wird durch den „Fossilbericht", die Gesamtheit der heute bekannten Versteinerungen, nicht belegt. Er zeigt keinen allmählichen, sondern einen sprunghaften, „saltationistischen" Verlauf. Er dokumentiert zahlreiche gewaltige Katastrophen, deren Vorkommen Darwin geleugnet hatte. In zahlreichen Aspekten stehen die steinernen Dokumente, wie der Paläontologe Otto Schindewolf es ausdrückte, „in schroffem Gegensatz zu der darwinistischen Deutung des stammesgeschichtlichen Geschehens".
Nach Darwin verändern sich die Arten in unzähligen kleinen Schritten über einen langen Zeitraum hinweg, und mit zunehmender Veränderung ergeben sich allmählich neue Gattungen, dann neue Familien, dann neue Ordnungen, Klassen und schließlich Stämme. Nach dieser Auffassung müßten zuerst viele ähnliche Arten entstehen, die sich allmählich voneinander entfernen, dann einzelne Gattungen bilden, die alle durch viele Zwischenglieder miteinander verbunden sind, während immer weiter neue Arten entstehen, die aus den Gattungen in Familien überleiten, ebenfalls über unzählige Zwischenformen, und über immer weitere Arten schließlich zu Ordnungen führen undsoweiter. Alles langsam, schrittweise und kontinuierlich. Alles miteinander verflochten in einem großen Netzwerk von Formen, und alles ohne scharfe Trennungen ineinander übergehend. Außerdem sollte man, da der Ablauf ja schrittweise, und die Veränderungen zufällig sein sollen, auch eine richtungslose Zufallsverteilung der Formen erwarten.
Die Realität des Fossilberichts zeigt ein völlig anderes, genau umgekehrtes Bild. „Insgesamt gelangen wir zu dem Urteil", schrieb Otto Schindewolf, „daß die stammesgeschichtlichen Vorstellungen Darwins bzw. des dogmatischen Darwinismus das Pferd beim Schwanze aufgezäumt haben. Das Wesen der Stammesentwicklung besteht nicht in der Rassen- und Artenbildung, nicht in Differenzierungen und Anpassungen, sondern entscheidend für das Fortschreiten der Entwicklung und die Aufrechterhaltung des Lebens ist die Herausgestaltung von Bauplänen höherer Ordnung, neuer Typen, die immer wieder die entstandenen einseitigen Anpassungen zurückschrauben und den Stamm vor dem allgemeinen Vergreisungstode bewahren."
Nicht Arten- sondern Typenwandel ist das zentrale Phänomen und auch Problem der Evolution.
Die Entstehung neuer Arten
Die Entstehung unterschiedlicher Arten beruht nach Darwin auf mehr oder weniger zufälligen Veränderungen, sogenannten „Modifikationen", die zu Lebewesen mit neuen Merkmalen und Eigenschaften geführt haben.
Die „Darwinisten" des 20. Jahrhunderts haben inzwischen den Begriff „Modifikation" durch genetische „Mutation" und „Rekombination" ersetzt. Darunter verstehen sie zufällige, chaotische Übertragungsfehler bei der Zusammenstellung oder Weitergabe von Erbinformation, wobei sozusagen einzelne „Buchstaben", „Wörter" oder ganze „Sätze" vergessen, hinzugefügt, ausgetauscht oder vervielfältigt wurden. Solche Fehler hätten zu Verbesserungen geführt, die „selektionsfähig" waren.
Daß neue Eigenschaften und Merkmale von Lebewesen durch Veränderungen in den Erbanlagen verursacht werden, ist eine allgemeine, aber nach wie vor unbewiesene Annahme, weil bis heute nicht geklärt ist, wie überhaupt genetische Information in phänotypische Merkmale und Erscheinungsformen umgesetzt wird.
Gene sind nicht "omnipotent"
Es gibt Genetiker, die trauen den Genen alles zu. Kaum haben sie mit Mühe ein Gen aus einer Bakterie in eine andere verpflanzt, da fabulieren sie auch schon davon, Menschen nach Maß zu züchten. Die Gene werden auf ihren Zungen zu kleinen Intelligenzbestien, die musikalische Genies (daher also der Name!) produzieren, wie Mozart oder Beethoven, die für die Gedichte von Goethe ebenso verantwortlich sind, wie für die Skulpturen von Michelangelo, die die Evolution erfunden haben und somit auch die Saurier und die Menschen, die Schmetterlinge und die Hühnerflöhe - kleine Alleskönner im Molekülformat.
Aber solange wir nicht wissen, wie die Gene solche Wunder vollbringen, sind wir auch nicht dazu berechtigt mit allem Nachdruck zu behaupten, daß sie es tun. Aber eine solche Auffassung bietet natürlich wieder eine hervorragende Entschuldigung für alle möglichen schlechten Angewohnheiten: nicht ich bin verantwortlich für das was ich tue - sondern die Gene.
Indessen spricht eine ganze Reihe von Erfahrungstatsachen zumindest dagegen, daß die Gene die Haupt- oder gar Alleinverantwortlichen für Eigenschaften und Aussehen sind - und dafür, daß es über ihnen noch eine „höhere Instanz" geben muß.
In allen Zellen des menschlichen Körpers befinden sich die gleichen Gene - aber die Zellen selbst unterscheiden sich zum Teil ganz erheblich voneinander: Knochen- und Muskelzellen beispielsweise. Die gleiche Art von Zellen baut mit den gleichen Genen und Proteinen einmal eine Hand und einmal einen Fuß - und dann das gleiche noch einmal seitenverkehrt. Einen Daumen oder einen kleinen Zeh, ein Ohr oder eine Nase. Woher wissen die einzelnen Zellen, was sie zu bauen haben?
Die Gene und körpereigenen Eiweißstoffe von Menschen und Menschenaffen sind zu über 99% identisch - aber offensichtlich sehen wir doch erheblich anders aus als die Gorillas: unsere Ähnlichkeit beträgt keineswegs 99%.
Bei einigen Ameisen- und Termitenarten gibt es auffallende Unterschiede zwischen einzelnen Tieren - Arbeitern und Soldaten zum Beispiel - und doch haben alle die gleichen Gene. Bei einer Gallwespenart (Trigonaspis crustalis) unterscheidet sich die Wintergeneration derartig von der Sommergeneration, daß man sie lange Zeit für zwei verschiedene Gattungen gehalten hat. Auch hier: ganz unterschiedliche Form trotz gleicher Gene.
Gallwespe
Generationswechsel einer Gallwespe: 1 Wintergeneration, Wespe (a) und Gallen (b); 2 Sommergeneration, Wespe (a) und Gallen (b). Nicht maßstabsgerecht. Aus August Weismann, "Vorträge über Decendenztheorie"
Die Frage, warum bei einigen Tierarten es so frappierende Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen gibt, gehört ebenso hierher, wie die Frage warum die Larven verschiedener Tierarten oft sehr ähnlich sind - während zwischen den Larven und dem erwachsenen Tier große formale Unterschiede bestehen. Oder wenn die Wirbeltierembryonen, von Fischen bis zu Menschen, sich in einer frühen Entwicklungsphase so ähnlich sehen, daß selbst Fachleute Schwierigkeiten haben, sie voneinander zu unterscheiden. Ungleiche Gene - ähnliche Form, gleiche Gene - unterschiedliche Form.
Die grundsätzlichen Fragen der Genregulation und Genexpression sind nach wie vor nicht völlig geklärt. Es gibt keinen klar erkennbaren Zusammenhang zwischen der genetischen Struktur, dem Genotyp und dem äußeren Erscheinungsbild, dem Phänotyp. Unklar ist zum Beispiel, wieso einerseits Lebewesen trotz großer Unterschiede in der Erbinformation kaum voneinander zu unterscheiden sind, wie einige Salamander, während andere, obwohl ihre Strukturgene zu über 99% übereinstimmen, eine sehr unterschiedliche Gestalt zeigen, wie zum Beispiel Gorillas und Menschen.
Prof. Dr. Walter Nagl, ein anerkannter Genetiker und Autor von Lehrbüchern über Genetik, sagte beispielsweise in einem Fernsehinterview:
„Es weiß heute kein Mensch, wie aus einer Eizelle ein Organismus entsteht, warum aus einer Mauseizelle eine Maus wird und aus einer Menscheneizelle ein Mensch wird - die Gene sind fast gleich. Die Gene zwischen Menschenaffen und dem Menschen selbst sind zu 99,9 % identisch, und trotzdem sind wir ja verschieden, irgendwo. Also - da sieht man, daß man eigentlich den Kernpunkt nicht kennt, noch nicht erkannt hat, woran es liegt. Die Gene sind sicher der Faktor, der die Produkte liefert - aber erklären tun sie nichts, sozusagen."
Während einerseits die Annahme, daß „Mutationen" für die Veränderung von Merkmalen und Eigenschaften verantwortlich sind, nicht bewiesen ist, weiß man andererseits inzwischen aber mit Sicherheit, daß viele „Mutationen" in dieser Beziehung keine Auswirkung haben. Daß solche „Mutationen" rein zufällig („random mutations") sind, ist ein Glaubensbekenntnis, aber keine wissenschaftliche Aussage.
"Blinder" Zufall kann nicht erschaffen
In der darwinistischen Evolutionstheorie ist der „Zufall" eine Art Zauberstab, der immer dann die gewünschten Ergebnisse herbeizaubert, wenn rationales Denken sie beim besten Willen nicht liefern kann. Er ist ein materialistischer Deus ex machina, je nach Bedarf Schöpfer oder Erhalter, Verhinderer oder Gestalter - der Gott Mosis und der Bibel ist dagegen ein Amateur. Dummerweise ist und kann im allgemeinen Sprachgebrauch der Zufall nichts von alledem, was die Darwinisten ihm zutrauen. Und ich denke, man sollte auch von Wissenschaftlern verlangen, daß sie sich an die Logik und den allgemeinen Sprachgebrauch halten.
Hinter jedem sogenannten Zufall kann sich sowohl eine Absicht verbergen, von der wir nichts wissen, als auch eine Gesetzmäßigkeit, die wir noch nicht erkannt haben.
Wenn man nur das Endergebnis eines Vorgang kennt, ist es oft unmöglich, mit Sicherheit zu sagen, ob er zufällig oder absichtlich geschah. Allerdings wird der Zufall um so unwahrscheinlicher, je komplexer und geordneter das Ergebnis ist. Wenn ich zwei Würfel liegen sehe, die beide eine Sechs zeigen, kann ich als Erklärung akzeptieren, daß dies durch zufälliges Würfeln zu Stande kam. Wenn ich aber hundert Würfel vorfinde, die alle eine Sechs zeigen, dann möchte ich schon nicht mehr glauben, daß dies nur ein Werk des Zufalls war. Und ebenso unglaubwürdig erscheint mir, daß ein fertig zusammengesetztes Puzzle mit 800 oder 1000 Teilen sich zufällig durch langes und eifriges Schütteln der Schachtel ergeben haben soll.
Merkmale von Lebewesen aber sind noch hunderttausendmal komplizierter, als ein Puzzle oder hingeworfene Würfel. Und auch Albert Einstein war, was den Kosmos angeht, der Meinung: „Gott würfelt nicht." Mit anderen Worten: schöpferische Ordnung entsteht nicht durch Zufall. Für einen Zufall spricht - wo immer in der Biologie er zitiert wird - lediglich die Tatsache, daß man ihn, auch wenn er noch so unwahrscheinlich ist, nicht grundsätzlich ausschließen kann. Es mag also erlaubt sein, an einen Zufall zu glauben - wobei man anderen die Freiheit zubilligen muß, an einen „Nichtzufall" zu glauben.
Aber die Behauptung (im Sinne einer Tatsachenfeststellung), daß eine Mutation beispielsweise „rein zufällig" geschehen sei, ist vom erkenntnistheoretischen Standpunkt aus unzulässig. Denn um sie aufstellen zu können, müßte man alle am Geschehen beteiligten Faktoren untersucht haben, und eine Absicht oder Lenkung mit Sicherheit ausschließen können. Dies aber ist unmöglich, da wir nicht alle beteiligten Faktoren untersuchen können: spätestens an der „Heisenbergschen Unschärfegrenze" enden unsere Meßmethoden. Und gerade jenseits dieser Grenze, im subatomaren Bereich spielt sich Entscheidendes ab - denn hier ist die Basis der wichtigsten chemischen Reaktionen, ohne die es weder Moleküle noch Zellen, noch Lebewesen gäbe. Davon abgesehen ist es aber auch vom logischen Standpunkt aus ganz und gar unsinnig anzunehmen, daß zufällige Fehler zu Verbesserungen, zu ganz neuen Formen führen, und daß aus chaotischen Störungen kompliziertere und höhere Ordnungssysteme entstehen. Normalerweise - so formulierte es der Physiker Erwin Schrödinger - „entsteht Ordnung aus Ordnung". Und dieser Satz wird durch all unsere Erfahrungen bestätigt.
Es gibt in der Natur, wohin man auch immer schaut, eine Fülle von Einrichtungen, die man - zwar menschlich gedacht, aber nicht unberechtigt - als „geniale Erfindungen" bezeichnet hat. Das beginnt mit der ersten lebendigen Zelle, die bereits, so Jacques Monod, „eine kleine Maschine von äußerster Komplexität und Leistungsfähigkeit" ist, setzt sich fort über Photosynthese, Arbeitsteilung und Differenzierung der Zellen beim Vielzeller, bis hin zu Sinnesorganen, Bewegungsorganen, und dergleichen mehr.
Da gibt es Ameisen, die sich Herden von Blattläusen halten und mit ihnen umherziehen, oder sich Pilzgärten anlegen, in denen sie ihre Nahrung züchten, Spinnen, die ihre Beute mit dem „Lasso" fangen, Vögel, die für ihren Balztanz eigens eine 300 Kubikmeter große und 10 Meter hohe Lichtung im Urwald anlegen, indem sie alle Blätter von den Bäumen abreißen, und Köcherfliegenlarven, die einen Klebstoff erfunden haben, der unter Wasser aushärtet. Da gibt es gelenkige Panzer, Scharnier- und Kugelgelenke, Haftapparate, Bohrer in verschiedensten Ausführungen, Injektionsspritzen, Kneifzangen, geniale Baustoffe und verblüffende Konstruktionen in Minimalbauweise. Und all das soll durch zufällige Fehler beim Kopieren von Genen entstanden sein? Die Infrarotsensoren der Klapperschlangen und die elektrischen Organe der Fische? Die faltbaren Flügel der Käfer und die selbstreinigende Haut der Lotosblätter? Die genialen Spinnapparate der Webspinnen und ihr konstruktiver Instinkt?
Die Vorstellung, daß Veränderungen in einer Größenordnung, die aus einem Radio- einen Fernsehapparat machen, durch zufällige Fehler beim Kopieren des Bauplans entstanden sein sollen, ist schlicht und einfach absurd.
Anzunehmen, daß die Ordnung in einem System durch die Einführung von Unordnung erhöht wird, ist ebenso sinnvoll wie die Annahme, daß ein Raum um so kälter wird, je mehr ich ihn heize.
Es wird wohl niemand davon ausgehen, daß sich ein Volkswagen in einen Mercedes verwandelt, wenn man ihn mit Vollgas gegen eine Mauer fährt. Niemand wird ernsthaft erwarten, daß ein Klavierkonzert von Mozart dadurch besser wird, daß ein betrunkener Schreiber, der die Partitur kopiert, Noten oder ganze Takte wegläßt oder willkürlich neue hinzufügt. Und daran ändert sich auch nichts, wenn er es hunderttausend Jahre lang tut. Niemand wird annehmen, daß das Flugzeug zufällig dadurch entstand, daß der Konstrukteur beim Abzeichnen eines Autobauplans nur oft genug Fehler gemacht hat, die sich zufällig und unbemerkt solange angesammelt haben, bis das Auto sich dann plötzlich als Flugzeug in die Luft heben konnte.
Nicht Zufall und Chaos bestimmen die Richtung der Evolution, sondern intelligente, schöpferische Ordnungsprozesse. Es mag angehen, für kleine Veränderungen - beispielsweise bei den Schnäbeln von „Darwinfinken" oder den Gehäusen fossiler Schnecken - zufällige Mutation und Selektion verantwortlich zu machen. Auch wenn es dafür keine konkreten Beweise gibt, so ist dies doch theoretisch nicht unmöglich. Aber für die unzähligen „genialen Erfindungen" der Natur, für die Benutzung gleicher Techniken bei ganz verschiedenen Lebewesen in ganz unterschiedlichen Umgebungen, für die Veränderung formaler Strukturen wie beispielsweise von Reptilien zu Säugetieren oder Vögeln, müssen wir eine höhere, schöpferische Intelligenz annehmen - da können der blinde „Zufall" und seine ebenso blinde Schwester „Selektion" uns beim besten Willen nicht mehr weiterhelfen.
Eine Katze, die über die Tasten eines Klaviers spaziert, könnte durchaus zufällig die Tonfolge G-G-G-ES treffen - den Anfang von Beethovens Fünfter Symphonie. Aber daraus nun zu schließen, daß sie die gesamte Symphonie zu Stande bringen würde, wenn sie nur lange und oft genug über die Tasten wandert, und daß sie, wenn sie nur genügend Zeit hat, auch noch zufällig sämtliche Klavierkonzerte des Meisters komponieren könnte - das ist abwegig.
„Natural Selection" - der darwinistische Schöpfungsmythos
Die „natürliche Auslese", die dann die „zufälligen Veränderungen" sozusagen sortieren und selektieren soll, war bei Darwin eine schöpferische Instanz. Wenn man sein Denkmodell näher betrachtet, dann stellt sich heraus, daß Darwin hier einen Schöpfungsmythos entworfen hat, bei dem Mutation und Selektion die Rolle Gottes übernommen haben. Ob er sich dessen bewußt war, ist fraglich - aber dieser Sachverhalt wird jedenfalls durch seine Ausdrucksweise deutlich. So schreibt er beispielsweise über das Wirken der Selektion: „Man kann sagen, die natürliche Zuchtwahl sei täglich und stündlich durch die ganze Welt beschäftigt eine jede, auch die geringste Abänderung zu prüfen, sie zu verwerfen, wenn sie schlecht, und sie zu erhalten und vermehren, wenn sie gut ist. Still und unmerklich ist sie überall und allezeit, wo sich die Gelegenheit darbietet, mit der Vervollkommnung eines jeden organischen Wesens in bezug auf dessen organische und unorganische Lebensbedingungen beschäftigt".
Die natürliche Auslese erscheint hier wie der „liebe Gott" in anderem Kostüm und Geschlecht. Spätere „Darwinisten" haben dieser Formulierungsweise übernommen. So schrieb zum Beispiel Manfred Eigen in seinem Buch „Stufen zum Leben": „Selektion gleicht einem höchst subtilen Dämon, der auf den einzelnen Stufen zum Leben, wie auch auf den verschiedenen Emporen des Lebens, mit höchst originellen Tricks arbeitet."
Darwins Nachfolger haben immer wieder auf ein „Schöpfungsvokabular" zurückgegriffen, mit dem sie blinden, zufälligen Kräften durch ihren Sprachgebrauch Intelligenz, Entscheidungsvermögen und schöpferische Fähigkeiten verleihen. Mutation und Selektion sind dann die großen „Konstrukteure der Evolution" (K. Lorenz), die „Natur macht geniale Erfindungen" (M. Eigen) oder „bastelt Neues aus alten Teilen" (F. Jacob). Das Leben wird als „das große Wunder einer Schöpfung" bezeichnet und die Evolution ist dann der „Mechanismus dieser Schöpfung" (M. Eigen). Die Natur „probiert aus", das Leben „entwickelt", und „Zufall und Notwendigkeit gestalten die Evolution" (C. Bresch). Ich habe bislang noch nicht ein einziges darwinorientiertes wissenschaftliches Buch oder einen entsprechenden Artikel entdecken können, in dem nicht früher oder später derartiges „Schöpfungsvokabular" auftaucht.
Es verschwinden zwar nicht die Irrtümer, aber doch immerhin die Widersprüchlichkeiten des „Darwinismus" weitgehend, wenn man eine schöpferische Instanz annimmt, die Mutation und Selektion als Werkzeuge benutzt, um damit Evolutionsstrategie zu betreiben. Diese schöpferische Instanz, die der „Darwinismus" in Gestalt des alten Mannes mit dem weißen Bart zur Vordertür hinausgetrieben hat, wurde durch die Hintertür der Sprache, durch die Verwendung von „Schöpfungsvokabular", wieder hereingelassen. Und auch hierin zeigt sich, daß der „Darwinismus" kein wissenschaftliches Denkmodell ist, sondern ein verkappter Schöpfungsmythos.
Mit diesem Sachverhalt konfrontiert, behaupten die „Darwinisten" gerne, ihre Ausdrucksweise sei ja „metaphorisch" gemeint - „suivant en cela le père de leur doctrine", um eine Formulierung des französischen Biologen Pierre Grassé zu benutzen - „wobei sie damit dem Vater ihrer Doktrin nacheifern." Der hat das nämlich genauso gemacht. Aber Metaphern gehören in die Dichtkunst, in der Naturwissenschaft sind sie fehl am Platze.
Wenn Darwin sich weniger poetisch ausdrückte, als in der oben zitierten Passage, bezeichnete er die „natürliche Selektion" als das „Überleben des Tüchtigsten im Kampfe ums Dasein". Darwins Denkweise ist hier ausgesprochen militaristisch, und das läßt sich auch, obwohl die Darwinisten sich fleißig darum bemühen, nicht wegdefinieren. Ein gutes Dutzend Mal gebraucht er in der „Entstehung der Arten" Begriffe wie „Krieg der Natur" (war of nature) oder „Schlacht des Lebens" (battle of life), er spricht von „Ausrottung" (extermination) und „Auslöschung" (extinction) der Schwachen durch die Starken. „Sich verändern, sich vermehren, laßt die Stärkten leben und die Schwächsten sterben" - darin besteht für Darwin die Evolution. Und der „Kampf ums Dasein" gilt für ihn als das „entscheidenste aller Kriterien".
Da der Begriff „Kampf" heute einen anderen Beiklang hat als zu Darwins Zeiten, haben spätere „Darwinisten" ihn durch „Selektionsfaktoren" ersetzt, das heißt, Umwelteinflüsse aus der unbelebten (Wärme, Kälte, Trockenheit, Feuchtigkeit, Nahrungsangebot) oder belebten Natur (Feinde, Schmarotzer, Artgenossen), die auf die Fortpflanzungsrate und die Überlebenswahrscheinlichkeit einwirken.
Umwelteinflüsse sind keine "Selektionsfaktoren"
Aber reicht das aus, um die Evolution zu erklären? Nicht nur das Entstehen neuer Rassen und Arten, sondern den Ausbau eines ganzen Planeten, die großen Übergänge von Fischen zu Amphibien, von Amphibien zu Reptilien, von Reptilien zu Säugetieren und Vögeln, kurz: vom Urschleim bis zum Menschen? Und sind die normalen Umweltbedingungen etwas, durch das sich die darwinschen Grundbegriffe „Kampf", „Schlacht" und „Krieg" ersetzen lassen?
Umweltbedingungen selektieren nicht - sie liefern lediglich Rahmenbedingungen, die verschiedene Möglichkeiten zulassen oder verhindern. Aber diese Rahmenbedingungen entscheiden nicht darüber, welche Möglichkeiten verwirklicht werden.
Wenn ich mit dem Auto von Hamburg nach München fahre, habe ich mich an die Verkehrsregeln zu halten. Aber diese Verkehrsregeln entscheiden nicht darüber, wann ich fahre, wie ich fahre, welche Strecke ich und wie lange ich fahre. Ich kann über Frankfurt fahren, oder über Köln, ich kann, wenn ich will, auch einen Umweg machen über Paris oder Prag, ich kann irgendwo eine Stunde Rast machen oder eine halben Tag, ich kann die Fahrt unterbrechen, heiraten und Kinder zeugen und erst nach fünfzehn Jahren weiterfahren - ich kann, ohne gegen die Verkehrsregeln zu verstoßen, die Fahrt auf hunderterlei verschiedene Weise gestalten - die Verkehrsregeln werden mich weder daran hindern, noch dazu veranlassen.
In der Natur ist es genauso. Die Schwerkraft hindert eine Raupe daran, zu fliegen - aber sie hindert sie nicht daran, sich in einen Schmetterling zu verwandeln. Sie zwingt sie aber auch nicht dazu.
Ein allzu heißer Sommer oder ein allzu kalter Winter können viele Exemplare einer Art töten - aber ein extremer Wettereinbruch macht keinen Unterschied zwischen den normalen und den um eine Winzigkeit verbesserten Individuen - er räumt alle ab. Und ein paar hundert Kilometer davon entfernt herrscht ein Wetter, das alle überleben läßt. Wenn die „Selektion" ein Sieb sein soll, das die Untüchtigen aussiebt - dann ist das Wetter ein viel zu grobes Sieb, um die Veränderung von Arten oder Gattungen oder gar noch höheren Kategorien der biologischen Systematik zu erklären.
Auch Naturkatastrophen oder extreme Klimawechsel lassen Pflanzen und Tieren nicht genügend Zeit sich einer darwinistischen Anpassungskur zu unterziehen - was nicht fliehen kann, geht unter. Normalen Witterungsschwankungen aber können die Tiere und Pflanzen ohne weiteres mit ihrem arteigenen Anpassungsreservoir begegnen. Denn auf eine geheimnisvolle Weise wissen sie vorher, wenn zum Beispiel ein kalter Winter zu erwarten ist, und lassen sich rechtzeitig vorher ein dickeres Fell wachsen.
Wenn die Zebras am Kilimandscharo schon im Sommer ein dichtes Fell tragen, kann man darauf wetten, daß ein besonders strenger Winter kommt. Und hiesige Förster haben von Hasen und Füchsen Ähnliches zu berichten. Wenn die Gnus ihre neugeborenen Jungen töten, und bestimmte Vogelarten sich nicht paaren, dann wissen die Farmer in Südwestafrika, daß die Regenzeit in diesem Jahr ausfallen wird.
Der arteigene Anpassungsspielraum ist erstaunlich groß. Wenn man eine Gebirgspflanze ins Flachland bringt, ändert sie ihre Form und behält diese Form über Generationen bei. Wenn man ihre Samen dann wieder im Gebirge aussät, kehrt sie zu ihrer ursprünglichen Gestalt zurück.
Durch klimatische Selektionsfaktoren läßt sich ein Artenwandel nicht schlüssig erklären.
Und auch durch Freßfeinde, Schmarotzer oder arteigene Konkurrenz kann man keinen „Selektionsdruck" erzeugen, der den Darwinschen Krieg der Gleichen und Ähnlichen ersetzen könnte.
Nicht Artenwandel, sondern Arterhaltung ist das Überlebensprinzip
Raubtiere fressen nur einen kleinen Teil der Beutetiere - etwa 10 % - und sie tragen damit, soweit man es bisher beobachten konnte, zur Stabilisierung des Ökosystems bei. Nicht Artenwandel, sondern Arterhaltung - qualitativ und quantitativ - ist das Ergebnis. Die „Bewaffnung" der Lebewesen ist nur bei einer Minderheit tödlich. Nur ein kleiner Teil der Pflanzen und Tiere ist giftig. Hörner oder Geweihe sind oft so gestaltet, daß sie eher zum Vermeiden als zum Zufügen von Verletzungen geeignet sind. Gnadenlose Kämpfe, Mord und Totschlag sind die Ausnahme - die Natur ist in Wahrheit viel friedlicherer, als sie von dem darwinistischen Denkmodell dargestellt wird. Die Mehrzahl der Lebewesen stirbt keinen gewaltsamen Tod.
In „Selektionsexperimenten" haben Wissenschaftler gemischte Gruppen aus hellen und dunklen Moskitofischen sowohl in Helle als auch in dunkle Wasserbecken gesetzt, und als sich herausstellte, daß die hellen Fische im Dunklen und die dunklen Fische im hellen Aquarium häufiger von Vögeln gefressen wurden, dies als einen Beweis für die Richtigkeit des Prinzips der „natürlichen Selektion" betrachtet. Aber in der Natur kommt die Mehrheit ohne „Tarnfärbung" aus. Und wenn man die Komplexität der Lebensbeziehungen in der Natur auf derart banale Experimente reduziert und solche Binsenweisheiten als Beweise akzeptiert, dann betreibt man Wissenschaft auf Kindergartenniveau. Und solche „Binsenbeweisheiten" gibt es im „Darwinismus" zu Hauf.
Man sollte „Voraussetzungen" nicht mit „Ursachen" verwechseln, „Beschreibungen" nicht mit „Erklärungen" und „Glaubenssätze" nicht als „wissenschaftliche Fakten" verkaufen. Die Darwinisten tun dies aber unentwegt - teils unbewußt, teils mit Absicht - und nehmen dadurch an einer großangelegten Verdummungskampagne teil, die ich mit dem Begriff "Darwin-Komplott" bezeichnet habe, und die den Titel zu meinem Buche geliefert hat (siehe "Das Darwin-Komplott").
Der „Neodarwinismus" - eine Mogelpackung
Seit Beginn dieses Jahrhunderts gibt es den „Neodarwinismus". Das ist ein „Darwinismus" ohne „Vererbung erworbener Eigenschaften" - ein Begriff den Lamarck geprägt, und den Darwin zum Teil übernommen hatte. „Lamarckismus" gilt im „Neodarwinismus" als schwere Sünde - daß Darwin selbst häufig lamarckistische Vorstellungen geäußert hat, wird dabei entweder schamhaft verschwiegen, oder zu einer beiläufigen Entgleisung heruntergeredet.
August Weismann, der „Erfinder" des „Neodarwinismus", hat seinen Labormäusen über 22 Generationen lang immer wieder die Schwänze abgeschnitten, und da dennoch immer wieder Mäuse mit Schwänzen geboren wurden, kam er zu der Auffassung, das Prinzip der „Vererbung erworbener Eigenschaften" widerlegt zu haben. Aber Schwanzamputation ist ja nun weißgott keine erworbene Eigenschaft, und Weismann hätte, wenn überhaupt seine Mäuseverstümmelungen einen Sinn hätten haben sollen, prüfen müssen, ob die Wundheilung sich bei späteren Generationen möglicherweise beschleunigt hat. Die Frage der „Vererbung erworbener Eigenschaften" ist immer noch umstritten, und auch heute gibt es noch eine Reihe von Wissenschaftlern, die sie auf Grund ihrer Forschungsergebnisse bejahen.
Der „Neodarwinismus" ging in den 40er Jahren in die sogenannte „Synthetische Theorie des Neodarwinismus" über. Dies ist eine Richtung, in der die Darwinschen Grundsätze dann endgültig verwässert und ins Nebulös-Belanglose hinwegdefiniert wurden. Darwins „Kampf ums Dasein", der ja tatsächlich in der Natur so nicht stattfindet, wurde unter den Teppich gekehrt, die „Zufallsmutation", deren verbessernde Wirkung trotz aller Bemühungen nicht nachgewiesen werden konnte, durch „ genetische Rekombination" ersetzt (was veränderte Merkmale noch weniger erklärt) und Evolution definiert als „Veränderung der Genfrequenz in Populationen". Das ist ebenso hilfreich für das Verständnis der „Entstehung der Arten" wie es die Aussage: „Literatur ist Veränderung der Buchstabenfrequenz in Wörtern" für die Entstehung von Büchern wäre. Um das Fehlen der „fehlenden Zwischenglieder" zu verharmlosen, wurde die Evolution in kleine, isolierte Gruppen von Artgenossen verlegt, die so schnell und gründlich aus der Art geschlagen sind, daß man von ihnen keine Überreste mehr findet. Und damit beförderte man die Inzucht, beziehungsweise das Dorfdeppentum, zu einem entscheidenden Evolutionsfaktor.
Um das Maß des Unsinns voll zu machen, wurde der schon immer nicht sehr präzise Begriff der „fitness" nun definiert als „Fortpflanzungserfolg". Darwin hatte gesagt: die Fittesten siegen im Kampf ums Dasein und hinterlassen die meisten Nachkommen. Die „synthetischen Neodarwinisten" sagen nun: die Fittesten sind die mit den meisten Nachkommen. Beides zusammengenommen ergibt: die mit den meisten Nachkommen hinterlassen die meisten Nachkommen. Eine Erklärung, die in der Tat nicht widerlegt werden kann.
Wenn man „fitness" als Stärke definiert, ist „survival of the fittest" eine Selbstmordstrategie: der „Fitteste" frißt alle anderen auf, dann muß er selbst verhungern. Wenn die Evolution nach diesem Prinzip verfahren wäre, hätte sie bereits auf der Stufe urtümlicher Bakterien ihr Ende gefunden.
Wenn man „fitness" als Fortpflanzungserfolg definiert, ist „survival of the fittest" die Ideologie der Krebszelle: sich um jeden Preis vermehren, ohne Rücksicht auf die Umgebung.
Tödlich ist beides - aber gottseidank gibt es außer der Krebszelle nur noch ein Lebewesen auf unserem Planeten, daß sich in diesem Sinne „darwinistisch" verhält: nämlich den Menschen. Und auf beide kann die Evolution, wie die Geschichte der vergangenen drei Milliarden Jahre zeigt, auch ganz gut verzichten.
Die heute gängige neodarwinistische Auffassung ist eine völlig verwässerte Sammlung von Allgemeinplätzen und Binsenweisheiten, eine Mogelpackung, auf der zwar noch Darwin draufsteht, aber so gut wie gar kein Darwin mehr drin ist. Mit ihren Zauberworten „Mutation" und „Selektion" erklärt sie alles - und damit nichts.
"Neodarwinismus" ist die Schöpfungslehre mit anderem Namen
Die Entwicklungslehre hatte ursprünglich eine stark emanzipatorische Komponente. Man wollte sich von der Bevormundung durch einen allmächtigen Schöpfer lösen, unabhängig sein, sich selbst verwandeln, entwickeln und aufsteigen. Freiheit und Selbstgestaltung war das Ziel. Davon ist heute nicht mehr viel übriggeblieben. Die Geschichte des „Darwinismus" ist auch eine Geschichte der schrittweisen Demontierung dieser emanzipatorischen Impulse.
Die biblische Schöpfungslehre vor Darwin machte den Menschen zum Sklaven göttlicher Willkür, er war von Gott geschaffen worden und hatte sich damit abzufinden. Nicht er selbst bestimmt sein Schicksal, sondern Gott. Der „Darwinismus" unserer Tage macht den Menschen zum Sklaven des Zufalls - er ist von Zufall geschaffen und hat sich damit abzufinden. Nicht er selbst bestimmt sein Schicksal, sondern seine Gene.
Das System ist das gleiche, nur die Namen haben sich geändert. Die Entwicklungslehre ist am Ende wieder da angekommen, wo sie vor ihrem Anfang war: in einer Philosophie, die den Menschen entmündigt. Und sie ist trostloser als die Vorherige, denn ihr ist der Bezug zu einer höheren geistigen Ebene unterwegs abhanden gekommen.
Sie hat den Menschen keine Freiheit gebracht, und der Wissenschaft auch nicht. Der „Darwinismus" ist zu einer Zwangsjacke geworden, unter der die Biologie erstickt. Die Notwendigkeit, alle Fakten - auch die, die beim besten Willen nicht hineinpassen - in diesem Denkmodell unterzubringen, hat zu seltsamen Gedankenkonstruktionen geführt, die eine Vergewaltigung der Vernunft darstellen. Und der Anspruch des „Darwinismus", die endgültige und ein für alle Mal richtige Erklärung der Evolution zu sein, hat der Biologie ihre Zukunft genommen.
Aber dieses Denkmodell ist nicht die absolute Wahrheit, es ist nicht einmal eine wissenschaftliche Theorie, es ist eine Arbeitshypothese, die sich zu einem Schöpfungsmythos aufgebläht hat.
Der Biologe Joachim Illies hat den „Darwinismus" als einen „Jahrhundertirrtum" bezeichnet. Daß er es ist, läßt sich an allen seinen Komponenten im Detail nachweisen. Und der Zoologe Wilhelm Keferstein meinte, der „Darwinismus" sei „der Traum eines Mittagsschläfchens".
Dieser „Jahrhundertirrtum", dieses „Mittagsschläfchen", dauert nun immerhin schon 140 Jahre. Wäre es nicht langsam an der Zeit, aufzuwachen?
weiter zum Teil II
 
 
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