Natur
Kontakt Impressum
Natur Geschichte Ökologie Wiso
Die Zeichen der Zeit setzen neue Maßstäbe - auch im Garten
Dr. agr. Uta Graf
Die Zeichen der Zeit setzen neue Maßstäbe - auch im Garten

Auf dem Weg zur Selbstversorgung
In einer Zeit, in der die meisten Menschen ihre Nahrungsmittel im Supermarkt kaufen und nicht mehr wissen, wo diese eigentlich herkommen und wie sie erzeugt werden, sollten wir versuchen, wieder in Kontakt mit der Natur zu kommen, insbesondere was unsere eigene Ernährung angeht. Ein Weg dazu ist, sich Lebensmittel selbst anzubauen. Das geht schon auf kleinstem Raum, dem Küchenfensterbrett, dem Balkon, dem Vorgarten aber auch im kleinen oder größeren Hausgarten. 
Wie in einem Märchenwald wächst dann, wenn wir die Zusammenstellung klug wählen, ein vielseitiges Angebot von Blättern, Wurzeln, Früchten und Beeren. 
Kann man auf Kunstdünger verzichten?
Wichtig ist, daß die Lebensmittel, die wir uns selbst erzeugen, gesund heranwachsen. Das heißt wir verzichten auf Chemie in Form von Kunstdünger und Pflanzenschutzmitteln. Damit unsere Pflanzen kräftig und gesund heranwachsen, können wir sie in Mischung anpflanzen, damit sie sich gegenseitig im Wachstum fördern und gesund erhalten. Dabei müssen die Pflanzen nicht in "preußischen" Reihen stehen. Sie gedeihen auch besonders gut, wenn sie in kleinen Trupps, in Kreisen oder Spiralen wachsen dürfen. Vertrauen Sie da ganz Ihrer Intuition, wenn Sie an Aussaat oder Pflanzung gehen. 
Gute Partner bei Gemüse, um miteinander zu wachsen, sind:
Dagegen sollten folgende Kombinationen vermieden werden:
Auch sollten Sie vermeiden, Kohl in aufeinanderfolgenden Jahren immer wieder am gleichen Platz heranzuziehen, er könnte krank werden. Hingegen gedeihen Tomaten besonders gut, wenn sie an der selben Stelle wie im Vorjahr stehen. 
Nährstoffversorgung ohne Kunstdünger
Mit Nährstoffen wird das Gemüse versorgt, indem vor der Aussaat oder Pflanzung Kompost in den Boden eingearbeitet wird. Während der Wachstumszeit wird der Boden zwischen den Pflanzen z.B. durch angetrockneten Grasschnitt bedeckt gehalten. Dadurch wird der Wildkrautaufwuchs unterdrückt und die Feuchtigkeit im Boden gehalten. 
Variationen mit Obst
Bereichern Sie Ihren Topf- oder richtigen Garten auch mit Obst und Beeren, die Sie im Laden gar nicht oder nur in minderer Qualität erhalten. Im Topf gedeihen bereits Erdbeeren und Preiselbeeren. Im Kübel lassen sich auch Heidelbeeren, Himbeeren, Brimbeeren, Brombeeren, Stachel- und Johannisbeeren kultivieren. Alle diese Beeren haben empfindliche Früchte, die durch Transport und Lagerung schnell an Aroma verlieren und außerdem sind sie im Laden sehr teuer. Der Aufwand für ihre Pflege ist relativ gering. Wichtig bei der Topf- und Kübelkultur ist, daß die Pflanzen in jedem Herbst nach dem Laubfall in neue nährstoffreiche Erde (am besten mit Kompost) verpflanzt werden. Außerdem muß für eine regelmäßige Versorgung mit eher weichem Wasser gesorgt werden. Bei Himbeeren, Brimbeeren und Brombeeren sind auch in jedem Herbst die Ruten direkt über dem Boden abzuschneiden, an denen die Früchte gewachsen waren. Diese Ruten sterben sowieso ab und die Pflanzen bringen im nächsten Jahr an den jungen Trieben
Wenn Sie einen Garten haben, können Sie auch noch andere seltene Obstsorten versuchen, vielleicht in einer lockeren freiwachsenden Hecke gemeinsam mit dem Nachbarn und gleichzeitig als Sichtschutz. Probieren Sie doch einmal Kornelkirschen. Sie blühen bereits im Februar gelb und haben im Herbst dattelähnliche rote Früchte, die je nach Erntezeitpunkt süß-säuerlich bis mehlig-süß schmecken. Auch Heckenrosen, Schwarzer Hollunder, Sanddorn und Weißdorn sind von rustikaler Schönheit und haben wohlschmeckende vitaminreiche Früchte, die es unverarbeitet nicht zu kaufen gibt. Wer noch ungewöhnlicheres Obst haben möchte, kann es auch mit Berberitze, Mahonie, Aronia, Schlehe, Eberesche und Mispel versuchen. All diese Sträucher und Bäumchen brauchen fast keine Pflege, weil sie auch wild in der Natur vorkommen. Aus ihren Früchten lassen sich sehr leckere Säfte, Gelees, Marmeladen und Fruchtkaltschalen aber auch Chutneys herstellen. 
Wildkräuter als Lebensmittel
Aber viele Wildkräuter, die in ihrem Garten wachsen, können Sie auch als Lebensmittel nutzen. Daß man junge Brennesseln essen kann, haben Sie vielleicht schon gehört. Probieren Sie ruhig auch mal die oft so verhaßten "Unkräuter" Giersch, Löwenzahn und Vogelmiere. Gänseblümchenblätter aus ihrem Rasen schmecken ähnlich wie Feldsalat. Zum Thema Wildkräuter wird es einen Folgeartikel geben. 
Wir sollten wieder lernen, selbstversorgerisch kreativ zu werden
Vor allem für unsere Kinder gilt, die tote Fabriknahrung (besonders die Süßigkeiten) zu ersetzen durch eine lebendige Kost direkt vom Baum oder Strauch in den Mund insbesondere deshalb, weil natürliche, lebendige Nahrung (=Lebensmittel) eine essentielle Grundlage für die Gesundheit darstellt. 
 
 
© Copyright für HOLIS.ORG 2006 beim Herausgeber Top  Feedback  Home